Die Kinderabgabe in der Findelanstalt

Ein Beitrag aus: Illustriertes Extrablatt, Wien, 8. Juni 1872 (Lesezeit 3 Minuten)

„Neun Tage nachher, nachdem sie einem Kinde das Leben geschenkt, werden jene Frauenspersonen, welche im allgemeinen Krankenhause Hilfe gesucht haben, in einem geschlossenen Wagen, in das Findelhaus überführt. Die Fenster dieses Wagens entbehren aber die Vorhänge, aus welchem Grunde sich stets eine Anzahl Neugieriger demselben anschließt, um die Darinsitzenden sehen und belächeln zu können. Im Hofe des Findelhauses verlassen die Wöchnerinnen den Wagen mit ihren Kindern und begeben sich in das sogenannte „Wasserzimmer,“ in welchem ihnen die Kinder abgenommen, gewogen und zur ärztlichen Visitation bereitstehende Lager der Reihe nach angewiesen werden.

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